Was ist Konsumentenpsychologie? 

Unbestritten ist Konsum ein zentraler Aspekt des Alltags in industrialisierten Gesellschaften. Die Darbietung konsumrelevanter Stimuli ist allgegenwärtig. Die weitaus meisten
Entscheidungen, die Menschen tagtäglich treffen, sind Konsumentscheidungen im weitesten Sinn. Subjektives Wohlbefinden und objektive Gesundheit sind in erheblichem Ausmaß durch Konsumverhalten beeinflusst (z.B. (Über-)Ernährung). Konsumentenverhalten ist daher ein wichtiges, interessantes und fruchtbares Feld psychologischer Forschung. Eine Wissenschaft, wie die Psychologie, die es sich zur Aufgabe macht, menschliches Verhalten zu verstehen, muss daher zwangsläufig Prozesse und Phänomene des Konsumentenverhaltens erklären können. 

Die Teildisziplin der Psychologie die sich mit der Erforschung psychologischer Grundlagen und den Auswirkungen des Konsumentenverhaltens beschäftigt ist die Konsumentenpsychologie. Genauer gesagt handelt es sich bei der Konsumentenpsychologie um eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den affektiven, kognitiven & Verhaltensreaktionen auf Produkte, Marken & Dienstleistungen im weitesten Sinne, deren Konsum und Nutzung und auf die damit verbundenen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen beschäftigt. Das Ziel der Konsumentenpsychologie ist es, solche Reaktionen und die zu Grunde liegenden Prozesse zu verstehen und aufgrund allgemeiner Modelle und Theorien vorherzusagen. Sie baut im wesentlichen auf den Grundlagendisziplinen der Allgemeinen Psychologie und der Sozialpsychologie auf  (Wahrnehmung, Gedächtnis, Informationsverarbeitung, Urteils- und Entscheidungsforschung, Einstellung & Einstellungsänderung, Affekt & Emotion,
Selbstregulation, soziale Urteilsbildung etc.).

Konsumentenpsychologie ist damit einerseits eine angewandte Disziplin, da sie Grundlagen anderer psychologischer Teildisziplinen auf spezifische Phänomene des Konsumverhaltens überträgt. Andererseits ist Konsumentenpsychologie auch Grundlagenforschung, da sie das primäre Ziel verfolgt, unabhängig von spezifischen Marken oder Zielgruppen, allgemeine Zusammenhänge zu verstehen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse können dann in Marketing, Produktentwicklung, Marktforschung, Produktwerbung, Verbraucherschutz, Unternehmenskommunikation, Verhaltensinterventionen (Gesundheit, Umwelt, Verkehr etc.), Social Marketing (z.B. Spenden) u.a. zur Anwendung kommen.